SCHWERPUNKT :   AUTISMUS-SPEKTRUM

KINDER - JUGENDLICHE- ERWACHSENE


"Du zeigst mir deine Welt, ich zeig dir meine Welt -


dann haben wir vielleicht ein Stück gemeinsame Welt"

DR. ELVIRA MUCHITSCH

- dieses Zitat der Begründerin der Multifunktionellen Förderung und Fördertherapie, Dr. E. Muchitsch, von der (und Ihrem Umfeld)  ich viel lernen durfte und  erstmals vor etwa 20 Jahren in Berührung mit dieser einzigartigen Welt des Autismus-Spektrum kam, beschreibt sehr gut, welchen Ansatz ich im Umgang mit Personen jeden Alters aus dem Autismus-Spektrum verfolge: So ist es nie mein Ziel, die Personen an die Gesellschaft anzupassen, um sie möglichst "unauffällig" zu machen. Stattdessen ist es mit ein Anliegen, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen, Strategien zu finden, im Alltag im Rahmen der eigenen Möglichkeiten bestmöglich zurecht zu kommen und eine Teilhabe - je nach persönlicher Intensität und Form- zu ermöglichen. Dabei stehen die Bedürfnisse des einzelnen im Vordergrund und nicht das Anpassen an eine scheinbar vorgegebene Norm. 

Während meiner Tätigkeit in der Reha mit Schwerpunkt  Pädiatrie hatte ich die Möglichkeit, einen eigenen Turnus für Kinder aus dem Autismus-Spektrum zu entwickeln und diesen auch in mehreren Durchgängen erfolgreich durchzuführen, was mir durch dieses engmaschige, mehrwöchige  Setting erneut viele neue Erfahrungen in der (Früh-)Förderung der Kleinsten, aber auch in der Interaktion (und Interaktionsdiagnostik) durch die gemeinsamen Einheiten von Kind-Bezugsperson. 

Da ich in meiner langjährigen Arbeit in diesem Bereich immer wieder im Einzel- und Gruppensetting mit tollen KlientInnen zusammenarbeiten durfte, welche mir offen von Ihren eigenen Erfahrungen berichten, bin ich dankbar, zu sagen dass ich hier Strategien entwickeln und ausprobieren durfte, welche nicht nur in der Theorie gut klingen, sondern durch den regen (fachlichen) Austausch mit den Betroffenen selbst von denjenigen lernen durfte und darf, die wissen, wie es sich anfühlt, sich manchmal "wie ein Alien zu fühlen" - woraus ein reicher, ständig wachsender Erfahrungsschatz resultiert. 

DER VERDACHT ...

Entwicklungsverzögerungen, Auffälligkeiten im Sozialverhalten, Verlust von bereits erworbenen Fähigkeiten, Schwierigkeiten im Bereich der Emotionalität, das Festhalten an Routinen und Stereotypien - oftmals wird der Verdacht einer Autismus-Spektrum-Störung vom Kinderarzt oder im Kindergarten geäußert. Eine frühzeitige Abklärung ist dann sinnvoll, um die Verdachtsmomente zu verfolgen und - bei Bestätigung - eine möglichst frühzeitige Förderung zu etablieren. Der erste Schritt nach Äußern des Verdachts ist eine Abklärung, um bei Bedarf ehestmöglich weiter Schritte zu gehen. 

Eine gesicherte Diagnose ist ab dem 3. Lebensjahr zu vergeben, davor werden nach aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen Verdachtsdiagnosen vergeben. Auch sollte die gesicherte Diagnose im Alter von drei Jahren nur bei sehr auffälliger Symptomlage vergeben werden. Hier ist anzumerken, dass auch mit dem "Verdacht auf" bereits gezielte Maßnahmen angesucht und begonnen werden können. 

DIE DIAGNOSTIK ...

Zur Abklärung des Verdachts werden - je nach Alter- standardisierte Testverfahren verwendet. Die ausführliche Entwicklungsanamnese und Verhaltensbeobachtung - etwa in gemeinsamen Spielsituationen,... - ist ein weiterer Hauptbestandteil. Bei Kleinkindern wird viel Wert auf die Interaktion mit der Bezugsperson gelegt. Je nach Entwicklungsstand kommen geeignete Testverfahren zur Anwendung. Neben dem als Goldstandard geltenden Verfahren des ADI-R und ADOS-2 kommen Verfahren zur Erfassung der Theory of mind, emotionalen Intelligenz, Perspektivenübernahme ebenso wie Verfahren zur Erhebung von sozialen Anpassungsstrategien, Empathie und Gefühlserkennung/-wahrnehmung zum Einsatz. 

Eine Entwicklungsdiagnostik / Überprüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit ist bis ins Jugendalter fester Bestandteil der klinisch-psychologischen Diagnostik bei Verdacht auf Autismus-Spektrum-Störung. Im Erwachsenenalter kann dies auf Wunsch entfallen. 

 

Bitte beachten Sie:

Der Einbezug von Eltern, engen Bezugspersonen von früher/ aktuell ist ebenfalls ein unverzichtbarer  Baustein. 

Da es nicht "DAS AUTISMUS-SYMPTOM" gibt ist ein genauer, sorgfältiger Diagnostikprozess erforderlich, um den bestehenden Verdacht differentialdiagnostisch sicher abzuklären. Es handelt sich um eine "neuronale Entwicklungsstörung" (ICD-11), was bedeutet, dass bereits seit (früher) Kindheit grundlegende, über alle Lebensbereiche hinweg bestehende, Auffälligkeiten bestanden haben müssen. Dies dient unter anderem zur Abgrenzung zu anderen, später entstehenden Diagnosen, deren Symptomlage sich bei einer Betrachtung des "Ist-Zustands" oftmals nur schwer differenzieren lassen - so gibt es etwa große Überschneidungen der auftretenden Symptome im Bereich der sozialen Ängste, Traumareaktionen, Bindungsstörungen, ADHS usw. Daher umfasst die klinisch-psychologische Diagnostik meist auch Testverfahren aus angrenzenden Bereichen, um Komorbiditäten oder Differentialdiagnosen zu erfassen. 

Daher reicht es beispielsweise im Erwachsenenalter nicht aus, den aktuellen Zustand zu betrachten, die Zusammenarbeit und das Miteinbeziehen der Eltern/ frühen Bezugspersonen ist für einen validen Diagnostikprozess in jedem Alter unerlässlich, um Fehldiagnosen und daraus resultierende Fehlbehandlungen zu vermeiden.

Da es mir ein großes Anliegen ist, stets nach wissenschaftlich neuestem Stand zu arbeiten und gesicherte Diagnosen nur bei klarer Nachvollziehbarkeit dieser zu vergeben,  vor allem bei Diagnosen, welche - etwa im Gegensatz zu Depression, Angst, Zwang-  über die Lebensspanne bestehen bleiben, benötigt es in jedem Fall die Zusammenarbeit mit den Eltern/ frühen Bezugspersonen. 

Ist dies mittels Fragebogen und Interview (dies kann auch online stattfinden) nicht gewünscht oder möglich, fehlt jener erhebliche, zur differentialdiagnostischen Abklärung äußerst wichtige Baustein der Entwicklungsanamnese gemäß derzeit geltenden Leitlinien, eine gesicherte Diagnose ist daher meist nicht sinnvoll möglich. 

DIE BEGLEITUNG NACH ERHALT DER DIAGNOSE ...

FÜR ELTERN

Eine Diagnose aus dem Autismus-Spektrum ist gestellt - aber wie geht es nun weiter und was heißt das für mich, mein Kind und unsere Familie? 

Gerade im Bereich des Autismus-Spektrum gibt es viele Klischees und Vorurteile, die oftmals nur wenig mit der Lebensrealität der Betroffenen zu tun haben. Viel zu oft werden Eltern nach Erhalt einer Diagnose alleine gelassen, verbringen viel Zeit damit, sich Informationen anzueignen, in einem Dschungel an Strategien und Infos, bei denen fachlich fundierte von weniger hilfreichen differenziert werden sollten - dies erfordert viel Zeit, Aufwand und Energie - drei Dinge, die Eltern nach dem Erhalt einer Diagnose aus dem Bereich "tiefgreifende Entwicklungsstörung" verständlicherweise oft nicht haben,  sich alleine und frustriert fühlen. Hier möchte ich Ihnen unterstützend zur Seite stehen, um Ihnen fachlich fundierte Strategien mit auf den Weg zu geben, Psychoedukation nach neuestem Stand der Forschung weiterzugeben und eine Akzeptanz der Diagnose zu ermöglichen. 

Ebenso ist es mir ein Anliegen, Sie dabei zu unterstützen, Ihrem Kind altersgerecht über seine Diagnose aufzuklären und einen guten Umgang damit zu finden. 

Weiters stehe ich Ihnen gerne zur Seite, wenn Sie Strategien für den Alltag, etwa bei herausforderndem Verhalten, entwickeln und ausprobieren wollen oder autismusspezifische Fragen haben. In einem geschützten Rahmen, in dem alle Fragen ausgesprochen, alle Zweifel und Sorgen genannt werden dürfen stehe ich gerne zur Seite, um einen positiven Umgang zu finden. 

für kinder und jugendliche ...

Nach Erhalt der Diagnose biete ich einerseits altersgerechte Psychoedukation, aber auch Unterstützung in Form von klinisch-psychologischer Behandlung nach diversen autismusspezifischen Ansätzen an. Hier darf ich aus einem mittlerweile wehrumfangreichen Erfahrungsschatz schöpfen wie etwa der multifunktionalen Fördertherapie nach E. Muchitsch, dem TEACCH-Ansatz oder der autismusspezifischen Verhaltenstherapie. Was ich nicht anbiete, ist Autismustherapie nach  ABA, da bei mir stets das Individuum im Vordergrund steht und nicht das Ziel, zu funktionieren auf Kosten der eigenen Ressourcen . Je nachdem, was Ihr Kind benötigt, können Emotionsregulationsstragien erarbeitet werden, Konzentrations- und Lerntraining stattfinden, soziale Kompetenzen erprobt und gefördert werden oder autismusspezifische Schwierigkeiten im Alltag individuell bearbeitet werden auf der Suche nach alternativen Lösungen - immer mit dem Ziel, ein gutes Zurechtfinden im Alltag und den damit verbundenen Anforderungen zu erproben und ermöglichen, nie mit dem Ziel, Ihr Kind mit einem standardisiertem Schema in Verhaltensschablonen zu trainieren. 

Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema "Diagnose Autismus" wird ein Annehmen der Besonderheiten ermöglicht,  was wiederum ein akzeptierendes Selbstbild zur Folge hat- auf dessen Basis Veränderungen ermöglicht werden können. Wichtig ist hierbei stets ausreichend Zeit zum Beziehungsaufbau - gerne über Spiel oder Ähnlichen- um darauf aufbauend durch eine vertrauensvolle Basis gemeinsam die Schwierigkeiten im Alltag zu erörtern. 

Die gewählten Methoden orientieren sich hierbei selbstverständlich jederzeit an den individuellen Möglichkeiten Ihres Kindes, Ziele und Rahmebedingungen werden gemeinsam mit den Eltern erarbeitet und bei Bedarf angepasst. 

für erwachsene

Erwachsene kommen oft mit dem selbstgestellten Verdacht eine Diagnose und sind somit häufig bereits vermeintliche "Profis" was spezifisches Fachwissen angeht. Oftmals eine Erleichterung zu Beginn, Kanneine Diagnose aber auch viele Prozesse in Gang setzen -Hinterfragen des Erlebten, Hadern mit sich selbst, Erkennen und Lösen-Wollen von bisherigen Schwierigkeiten. All das ist ein Prozess, bei dem ich gerne zur Seite stehe. Auch ist es mir ein Anliegen, psychoedukativ aufzuklären, welche Symptome mit der Diagnose verbunden sind, welche einer eventuellen Differentialdiagnose angehören und was "einfach nur " Charaktermerkmale sind- hier ist es mir wichtig, dass es zu einer guten Integration der Diagnose, nicht aber zu einer Überidentifikation mit einer Diagnose kommt, um die eigene Handlungsfähigkeit zu erhalten und die vielen Facetten der eigenen Persönlichkeit berücksichtigt. 

Mithilfe vieler in der Praxis erprobter Strategien kann ein Umgang mit autismusspezifischen Schwierigkeiten im Alltag gefunden werden, ein umfassendes Verständnis geschaffen und eine Verbesserung der Lebensqualität, wenn die bisher gelebte "Maske" fällt angestrebt werden. Themen wie Reizempfinden , (Prävention oder Erkennen von) von autistischem Burnout und Umgang mit Stressoren und Ressourcen sind Themengebiete, die oftmals einer Begleitung bedürfen, um möglichst identisch und stressfrei in diversen Bereichen wie Studium, Job oder der Freizeit zurecht zu kommen und (neue) Inputs für Strategien, Tipps und Tricks für die neurodivers-freundliche Alltagsgestaltung zu erhalten.

Hier stehe ich Ihnen gerne mit meiner langjährigen Erfahrung gerne zur Seite. 


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